...ein Tool zur interaktiven Analyse von Umweltdaten
RCG Atlas
Mit dem Projekt „RCG Atlas“ hat sich Mario Theyer von der Rail Cargo Group als Finalist für die Auszeichnung „Qualitäts-Talent 2026“ qualifiziert.
Der „RCG Atlas“ ist eine Power App, die Geodaten der RCG-Standorte mit öffentlich verfügbaren Umweltdaten und Studien verknüpft. Dadurch werden Umweltfaktoren wie Schutzgebiete oder Überflutungsrisiken sichtbar und ermöglichen eine schnelle Einschätzung von Risiken und Chancen. Die Anwendung unterstützt zudem bei der effizienten Erfüllung von Reporting-Pflichten und dient als Grundlage für nachhaltige Entscheidungen. Perspektivisch kann der Atlas um weitere Indikatoren wie Hitzetage, Kältetage oder Luftverschmutzung erweitert werden.
Überblick
Bei dem RCG Atlas handelt es sich um eine Anwendung, die öffentlich zugängliche Umweltdatensets nutzt, um diese möglichst effektiv für die Umweltrisikoanalyse der firmeneigenen Standorte zu nutzen. Die Anwendung verknüpft die geografischen Standortdaten des Unternehmens mit Umweltinformationen und stellt diese in einer interaktiven Power App übersichtlich dar. Dadurch werden Risiken und Chancen für Standorte schnell sichtbar, was bisher nur mit erheblichem manuellem Aufwand analysierbar war.
Ausgangssituation
Wie viele internationale Unternehmen betreibt die Rail Cargo eine große Anzahl an Standorten unterschiedlichster Ausmaße und Tätigkeitsfelder in mehreren Ländern. Damit gehen auch unterschiedliche Umwelt- und Klimarisiken einher, wie beispielsweise etwa durch Hochwasser oder Naturschutzgebiete. Diese Risiken systematisch zu erfassen, stellt bislang eine große Herausforderung dar.
Zentrale Probleme sind dabei die Verfügbarkeit relevanter Daten sowie der hohe manuelle Aufwand in der Analyse pro Standort. Umweltinformationen sind häufig vorhanden, jedoch über viele Quellen verstreut, unterschiedlich aufbereitet und nicht direkt miteinander verknüpfbar. Es fehlt somit eine zentrale, effiziente Lösung, um diese Daten zu bündeln und verfügbar zu machen.
Umsetzung
Die Umsetzung des RCG Atlas erfolgte in mehreren aufeinander aufbauenden Phasen. Zunächst wurden verfügbare Standortdaten erhoben und konsolidiert, um eine verlässliche Grundlage zu schaffen. Parallel dazu erfolgte die Recherche geeigneter Umweltdatensätze aus frei zugänglichen Quellen und Studien. Die Datenverarbeitung wurde über automatisierte Skripte umgesetzt. Dadurch konnte der manuelle Aufwand erheblich reduziert und eine regelmäßige Aktualisierung der Daten sichergestellt werden. Die Skripte ermöglichen es, Geodaten mit Umweltdaten zu verknüpfen, Analysen durchzuführen und die Ergebnisse für die weitere Nutzung aufzubereiten.
Die aufbereiteten Daten wurden anschließend in einer Power App zusammengeführt. Diese bietet eine benutzerfreundliche Oberfläche, in der Standorte visualisiert und mit relevanten Umweltinformationen ergänzt dargestellt werden. Nutzer:innen können so schnell erkennen, welche Risiken oder Chancen an einem Standort bestehen.
Zu den größten Herausforderungen zählten neben der technischen Integration vor allem die Auswahl geeigneter Umweltdatensätze sowie deren Vergleichbarkeit über unterschiedliche Regionen hinweg. Zudem zeigte sich, wie wichtig eine einheitliche und konsistente Standortdatenbasis ist, um qualitativ hochwertige Analysen zu ermöglichen.
Nutzen des Projekts
Im Nachhaltigkeits- und Umweltmanagement unterstützt die Anwendung die systematische Bewertung von Umweltrisiken und erleichtert die Erfüllung regulatorischer Anforderungen. Relevante Kennzahlen für ESG-Reportings können direkt aus den Daten abgeleitet werden.
Darüber hinaus verbessert das Tool die Entscheidungsgrundlage für strategische Fragestellungen, etwa bei Investitionen oder der Weiterentwicklung von Standorten. Durch die Automatisierung werden manuelle Aufwände reduziert und gleichzeitig die Transparenz erhöht.
Nächste Schritte
Ein zentrales Learning aus dem Projekt ist, dass neben der technischen Umsetzung vor allem die inhaltliche Bewertung der Daten entscheidend ist: Welche Umweltfaktoren sind tatsächlich relevant für das Unternehmen? Welche liefern einen echten Mehrwert für Entscheidungen?
Genau hier setzt die Weiterentwicklung des Projekts im Rahmen der diesjährigen „Sustainability Challenge“ an. Gemeinsam mit Studierenden mehrerer Hochschulen wird untersucht, wie öffentlich verfügbare Umweltdaten noch gezielter genutzt werden können, um Standorte automatisiert und vergleichbar auf Umweltrisiken zu analysieren.
Ziel ist es, einen strukturierten und praktikablen Ansatz zu entwickeln, der eine datenbasierte Bewertung von Standorten ermöglicht und gleichzeitig die Effizienz weiter steigert. Dabei steht insbesondere die Frage im Fokus, wie sich relevante Indikatoren systematisch identifizieren und in bestehende Prozesse integrieren lassen.
Zum Autor
Mario Theyer ist Junior IT Spezialist Projektmanagement bei der Rail Cargo Group.
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