Präsentverpackungen für Schwarzbrenner
Hochwertiges für Hochprozentiges
Den Nachwuchspreis für Schüler, Studierende und Berufstätige zwischen 16 und 30 Jahren Qualitäts-Talent 2026 holte sich Ahmed Ben-Arbia. Er reichte sein Projekt „Schwarzbrenner – Hochwertiges für Hochprozentiges / Präsentverpackungen“ ein.
Warum habe ich teilgenommen?
Ich habe am Bewerb teilgenommen, um zu zeigen, dass Qualität bereits in der digitalen Konstruktionsphase beginnt, und um mein Projekt einer Fachjury zu präsentieren, die denselben Anspruch an Exzellenz teilt. Mein Ziel war es, einen neuartigen Öffnungsmechanismus für Spirituosenverpackungen zu entwickeln und mit ERPA V_PACK präzise zu simulieren. Dabei war es mir wichtig, gleichzeitig kosteneffiziente und zu 100 % recycelbare Materialien zu verwenden.
Was bedeutet Qualität für mich?
Qualität bedeutet für mich, dass ein Produkt nicht nur zuverlässig funktioniert, sondern in jedem Detail überzeugt – von der Schutzfunktion bis hin zum synchronen Öffnungsmechanismus. Die Auszeichnung als ‚Qualitäts-Talent‘ bedeutet mir sehr viel. Sie bestätigt, dass systematisches Hinterfragen und technisches querdenken die Grundlage für innovative Industrie 4.0 Lösungen sind. Dieser Award ist für mich eine starke Motivation, auch künftig Nachhaltigkeit und technische Präzision in der Verpackungsentwicklung zu vereinen.
Kurzvorstellung des Projekts
Die recyclingfreundliche Lifting-Popup-Verpackung aus E-Welle, die ein interaktives Auspackerlebnis für hochwertige Konsumgüter schafft, überzeugte nicht nur mit ihrem einzigartigen, ausführlich getesteten Öffnungsmechanismus. Auch die Kreativität, gepaart mit 3D-Simulation, Nachhaltigkeit und handwerklicher Kompetenz begeisterte die Jury.
Mein eingereichtes Projekt ist eine Lifting-Popup-Verpackung, die ein interaktives und überraschendes Auspackerlebnis bietet. Die Verpackung besteht vollständig aus E-Welle und ist dadurch besonders recyclingfreundlich. Sie wurde aus drei Hauptteilen konstruiert und nutzt lediglich E-Welle, Kleber und eine Kordel zum Öffnen und Schließen. Für die Präsentverpackung habe ich eine eigene Stanzform entwickelt, die einen Mechanismus integriert: Beim Herausziehen hebt sich der Inhalt automatisch an und erzeugt einen klaren Popup-Effekt, der die darin platzierte Flasche wirkungsvoll in Szene setzt, Ausgangssituation und Problemstellung Umsetzung und Herausforderungen Nutzen des Projekts und nächste Schritte.
Ausgangssituation und Problemstellung
Das Projekt entstand im Rahmen meiner Abschlussarbeit und wurde gewählt, weil für die Schwarzbrennerei, die Gin- und Schnapsverkostungen in der Winter- und Sommersaison anbietet, eine aufmerksamkeitsstarke Präsentationsverpackung besonders relevant ist. Sie dient als Eye-Catcher und stärkt direkt die Verkaufswirkung, da das Auspacken selbst bereits Teil des Kundenerlebnisses wird, sowohl bei Events als auch im direkten Verkauf.
Gleichzeitig gibt es kaum bestehende Verpackungslösungen, die schwere Alkoholflaschen sicher tragen und gleichzeitig ein besonderes Auspackerlebnis bieten. Mit der Lifting-Popup-Verpackung sollte genau diese Lücke geschlossen werden: Die Konstruktion besteht vollständig aus recyclingfreundlicher E-Welle und verbindet Stabilität mit einem einzigartigen Öffnungsmechanismus. Beim Herausziehen hebt sich die Flasche automatisch an und erzeugt einen deutlichen Pop-up-Effekt, der den Produktfokus verstärkt und das Geschmackserlebnis um einen visuellen Moment erweitert. Das Projekt greift damit in die Bereiche Verpackungsdesign, Konstruktion, Event-Präsentation und Markenwirkung ein.
Herausforderungen
Die zentrale Herausforderung dieser Stanz-Entwicklung liegt in der präzisen Handhabung einer 0,5-Liter-Flasche mit einem Gewicht von ca. 1 kg. Die integrierte Pop-up-Liftfunktion muss so konstruiert sein, dass sie bereits bei leichter Zugkraft durch jeweils zwei Finger pro Seite zuverlässig auslöst. Während des Anhebens öffnet sich die Oberseite absolut synchron, wobei die Flasche zu jedem Zeitpunkt millimetergenau mittig in der Öffnung positioniert bleibt. Beim Abstellen schließt sich der Mechanismus ebenso zeitgleich und verdeckt die Innenverpackung wieder vollständig. So vereint die Konstruktion den gewünschten Überraschungseffekt perfekt mit ihrer essenziellen Schutzfunktion.
Umsetzung
Bevor ich mit der technischen Zeichnung in V_PACK begann, habe ich einen ersten Prototyp aus Wellpappe gebaut, basierend auf den zuvor erstellten Scribbles. Dadurch konnte ich feststellen, wie die Verpackung grundsätzlich konstruiert sein muss und welche Maße erforderlich sind. Während dieser Phase zeigte sich, dass die Verpackung aus mindestens drei Hauptteilen besteht, die jeweils separat gestanzt und anschließend zusammengebaut werden:
- Flaschenhalter: Er wird in zwei Varianten für 0,5‑L- und 0,35‑L‑Flaschen produziert. Beide besitzen identische Außenmaße, unterscheiden sich jedoch in ihrer inneren Aussparung, in der die Flasche platziert wird.
- Verpackungskörper: Dieser trägt den Flaschenhalter inklusive der Flasche, beinhaltet den gesamten Öffnungsmechanismus und sorgt dafür, dass die Zugkraft der Schublade in den ‚Lifting‘‑Hebemechanismus umgewandelt wird.
- Sie dient als Bedienelement. Eine Integration der Schublade in den Verpackungskörper wäre theoretisch möglich, ist jedoch aufgrund der Materialbreite, der effizienten Ausnutzung der Rohbögen sowie der erforderlichen Stabilität nur eingeschränkt praktikabel.
Die Konstruktion, Maßfindung, Materialauswahl, Überlegungen zu Verbesserungen, sowie die Entwicklung der Montageteile und die Ausarbeitung der Montageschritte wurden überwiegend von mir selbst durchgeführt. Unterstützt wurde ich in der Schule durch meine Betreuerin Frau Gelinde Gruber, die mir regelmäßig Feedback gab. Nach jeder größeren Anpassung an den Prototypen folgten Test und Feedbackrunden, sowohl zur Funktion des Mechanismus als auch zum Design.
Das Projekt wurde in allen relevanten Bereichen vollständig, im vorgesehenen Zeitraum und effektiv umgesetzt.
Nächste Schritte
Ich habe meine Expertise in ERPA V_PACK (1D/3D) und Adobe Illustrator sowie in der Bedienung von Kongsberg XE- und Zünd G3-Schneidplottern vertieft. Durch systematische Analyse und Iteration habe ich gelernt, selbst funktionierende Prototypen radikal zu hinterfragen und durch externes Feedback kundennahe Lösungen zu entwickeln. Zukünftig werde ich verstärkt auf parallele Variantenentwicklung und frühzeitige Mechanik-Tests setzen. Diese fundierten Kenntnisse bilden die ideale Basis für kommende Projekte, etwa im Bereich der Schwarzbrennerei.
Zum Autor
Ahmed Ben-Arbia wurde als Qualitäts-Talent 2026 ausgezeichnet. Er bildet sich an der Höheren Graphischen Bundes-Lehr- und Versuchsanstalt in Wien im Bereich Druck- und Medientechnik weiter.
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