09. Dez 2020

Ein wichtiges Kontextthema für Unternehmen

Der EU Green Deal

Im Dezember 2019 wurde er erstmals vorgestellt, inzwischen nimmt er immer mehr Gestalt an: der Green Deal von Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Das Ziel dieses ehrgeizigen Zukunftsszenarios ist ein klimaneutrales Europa bis zum Jahr 2050. Die 17 SDGs sollen mit dem Green Deal ebenfalls unterstützt werden, denn sie bilden den globalen Fahrplan in eine nachhaltige Zukunft für alle.

Am 14. Jänner dieses Jahres wurde zunächst „The European Green Deal Investment Plan and Just Transition Mechanism“ veröffentlicht, in dem über € 1 Billion an Investitionsvolumen über die nächsten 10 Jahre vorgesehen ist. Natürlich sollen auch private bzw. institutionelle Investoren ins Boot geholt werden, die Europäische Zentralbank wird ebenfalls eine wichtige Rolle spielen. Der „Just Transition Mechanism“ soll sicherstellen, dass der Übergang zu einer klimaneutralen Zukunft fair und für alle positiv stattfinden kann.

Das neue Europäische Klimagesetz wurde am 4. März 2020 zur Begutachtung vorgelegt. Bis zum 30. Juni 2021 bewertet die Kommission, welche Änderungen bei den Rechtsvorschriften der Zielvorgabe der Union bis 2030 vorgenommen werden müssen, um ein rund 50%-ige Emissionsreduktion gegenüber den Werten von 1990 zu erreichen. Am 17. September folgte dann der Klimazielplan 2030 mit ehrgeizigeren Zeilen, nämlich 55% Co2-Reduktion bis 2030.

 

Kreislaufwirtschaft - die Basis der Klimaneutralität

Einige Strategiepapiere zu den Fokusthemen des Programmes liegen bereits vor, andere sind noch in Ausarbeitung. Kreislaufwirtschaft stellt die Basis des gesamten Green Deals dar. Die Kommission ist davon überzeugt, mit der Umstellung von linearer Produktion auf Kreislaufwirtschaft bis zu 50% der CO2-Emissionen einsparen zu können. Dazu wurde am 11. März 2020 der Circular Economy Action Plan präsentiert.

Die sieben Themenfelder des EU Green Deal

Der Green Deal besteht aus den folgenden großen Themenfeldern, die für eine klimaneutrale Zukunft in Angriff genommen werden müssen.

  1. Saubere Energie
    Es geht um eine weitgehende Dekarbonisierung des Energiesystems, sowohl im Bereich der Produktion als auch beim Verbrauch. Wichtig wird es auch sein, alternative bzw. erneuerbare Energiequellen weiter auszubauen.
  2. Nachhaltige Industrie
    Auch der Umstieg auf eine nachhaltige Industrie basiert teilweise auf dem Konzept der Kreislaufwirtschaft. Im Vordergrund stehen dabei die Reduktion des Ressourcenverbrauches und die Wiederverwendung von Materialien. Am 10. März 2020 wurde die Industriestrategie für ein global wettbewerbsfähiges, umweltfreundliches und digitales Europa vorgestellt.
  3. Bauen und Renovieren von Gebäuden
    Im Bauwesen liegt der Fokus auf Energieeffizienz sowie der Ausrichtung auf Kreislaufwirtschaft, z.B. Recycling bzw. Wiederverwendung von Baumaterialien und verbesserte Abfalltrennung. Auch Digitalisierung (Stichwort smart home) sowie Ideen für leistbares Wohnen und innovative Finanzierungskonzepte werden für den Wandel notwendig sein.
  4. Nachhaltige Mobilität
    Treibhausgas-Emissionen aus dem Straßenverkehr machen rund 90% der Emissionen im Transportwesen aus. Daher spielen Änderungen im Straßenverkehr in Richtung Verkehrsmanagement und autonome Mobilität, v.a. „mobility-as-a-service“-Lösungen, eine wichtige Rolle. Neue Transportmöglichkeiten, die Einpreisung von Umweltbelastungen und die Förderung von alternativen Antriebssystemen sowie die Anpassung des EU-Emissionshandels werden dabei zentrale Bereiche sein.
  5. Sichere, nahrhafte und qualitativ hochwertige Lebensmittel
    Zu diesem Bereich gibt es seit Mai 2020 die „Farm to Fork“-Strategie, die darauf abzielt, dass den EU-BürgerInnen gesunde, erschwingliche und nachhaltige Lebensmittel zur Verfügung stehen.
  6. Biodiversität
    Am 20. Mai 2020 wurde die Biodiversitäts-Strategie 2030 publiziert.
    Diese Strategie ist das neue Rahmenprogramm der EU für die „UN Biodiversity Conference“ im Oktober 2020.
  7. Reduktion der Verschmutzung von Luft, Wasser und Böden
    Natürlich überschneidet sich dieser Bereich mit einigen Unterpunkten aus den vorgenannten Themenblöcken, daher unterstützen bereits ausgeführte Maßnahmen auch hier. Die Chemieindustrie spielt in diesem Bereich eine zentrale Rolle.

Alle diese Ideen und Vorgaben werden noch viel detaillierter ausgearbeitet werden müssen, um von allen Mitgliedsstaaten mitgetragen werden zu können und in der Folge in nationale Gesetzgebungen einzufließen. Sie geben uns aber bereits jetzt eine Idee, wie die Zukunft in Europa aussehen könnte, wenn wir uns gemeinsam auf den Weg machen und eine Vorreiterrolle beim Kampf gegen den Klimawandel einnehmen möchten. Das Management Assessment eccos22 unterstützt Unternehmen dabei, sich auf diese Zukunft vorzubereiten.

Zur Autorin

Portrait Ursula OberhollenzerUrsula Oberhollenzer ist Mitglied des Management Boards von ECCOStandards & more, das gemeinsam mit dem CSR Dialogforum eccos22 entwickelt hat und dort für Sales & Communication zuständig. Die Ausbildung zur EFQM Excellence Assessorin hat sie 2019 abgeschlossen, jene für eccos22 bereits 2017. Zusätzlich ist sie als Beraterin für Nachhaltigkeit und Kommunikation selbständig tätig, hat 2015 ihren Master in CSR und ethischem Management absolviert und ist auch freiberufliche Autorin u.a. beim Business Art Magazin. Ehrenamtlich hat sie seit Juni 2019 als Vizepräsidentin im ÖGV (Österreichischer Gewerbeverein) die Themenführerschaft für Nachhaltigkeit inne.

www.eccos22.com

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