06. Sep 2023

KÖNNEN, MÜSSEN, DÜRFEN, WOLLEN, SOLLEN

Erfolgsfaktor Veränderung

Beitrag von Manuela Eigelsreiter und Nicole Mayer bei der qualityaustria Winners‘ Conference im Juni 2023

HIER geht es zur Eventseite.

Es wäre doch so gemütlich, alles so zu belassen, wie es ist. Das kennen wir, das sind wir gewohnt und es funktioniert gut so wie es ist – alles ist planbar und entspricht dem Wunsch nach Stabilität  – also warum überhaupt Veränderung?

Mut zur Veränderung

Weil alles so zu belassen, wie es immer schon war, viele Risiken mit sich bringt, allen voran das Risiko, von anderen abgehängt zu werden und vom Markt zu verschwinden. Erfolgreiche Organisationen unterliegen einem ständigen Wandel und sind kaum mit sich selbst vor 10 oder 20 Jahren zu vergleichen. Diese Organisationen haben den Mut, sich laufend zu verändern und weiterzuentwickeln. Jeder von uns kennt Netflix – Netflix existiert seit 1998, damals war Streaming noch kein Thema, auch nicht bei Netflix. Netflix hat als DVD-Versand begonnen, man hat dort im Abo DVDs zugeschickt bekommen – jedes Mal, wenn man eine DVD zurück geschickt hat, hat man eine neue bekommen. Heute könnte Netflix mit diesem Geschäftsmodell nicht mehr bestehen.

… und warum es für Flexibilität Planung braucht

Flexibilität ist in unserer heutigen Zeit eine Grundvoraussetzung für Erfolg, denn in vielen Bereichen ist „schnelllebig“ mittlerweile fast schon zum Hilfsausdruck geworden. Um die notwendige Flexibilität aufbringen zu können, ist jedoch auch Planung notwendig. Grundlegende Prozesse müssen funktionieren, das Tagesgeschäft muss weiterlaufen.

Und die Planung, die ein Unternehmen braucht, finden wir in der Vision, wir finden sie in der Strategie, wir finden sie in den Prozessen – wenn dieser Rahmen solide gebaut ist, dann ist eine Organisation auch in der Lage, schnell zu reagieren, proaktiv Veränderungen herbeizuführen und Krisen erfolgreich zu meistern.

Wenn wir den Mut aufbringen, durch diese Tür der Veränderung zu gehen, wenn wir die Vision haben, vom Elefanten zur Giraffe zu werden, so gilt es, fünf Aspekte zu betrachten: das Können, Müssen, Dürfen, Wollen und Sollen.

 

KÖNNEN

Einerseits geht es beim Können um unsere Interessengruppen – die Kund*innen, Mitarbeiter*innen, Eigentümer*innen, Partner*innen und Lieferant*innen sowie die Gesellschaft. All diese Interessengruppen haben Anforderungen ans uns als Organisation, sie haben Bedürfnisse und auch Wünsche. Diese können unterschiedlich sein und verändern sich laufend. Manche Veränderungen in den Anforderungen und Bedürfnissen passieren sehr schnell und andere wiederum schleichend und oft muss man alte und neue Anforderungen parallel bedienen.

Dem gegenüber stehen die eigenen Fähigkeiten und Kompetenzen. Diese sind laufend den Anforderungen der Interessengruppen anzupassen. Und neben den Fähigkeiten, die notwendig sind, um die Kundenanforderungen zu erfüllen, ist auch das Können zur Veränderung an sich notwendig – professionelles Change Management ist ebenso ein notwendiges „Können“, um sich weiter zu entwickeln.

 

 

MÜSSEN

Change ist ein Erfordernis. Organisationen haben oft nicht die Wahl, ob sie Veränderungen umsetzen wollen oder nicht, sie müssen diese implementieren. Ganz nach dem Motto „Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit.“

Veränderungen können durch interne Erfordernisse bedingt sein, wie z.B. Wünsche und Bedürfnisse der Mitarbeitenden.

Ein Thema, das seit einiger Zeit in aller Munde ist, und mit dem wir uns auch im Vorjahr schon in unserem Vortrag (HIER geht es zum Beitrag im Excellence Blog) beschäftigt hatten, ist, wie wichtig es ist, ein attraktiver Arbeitgeber zu sein. Einerseits muss man fähige und passende Mitarbeiter*innen gewinnen, andererseits ist es ebenso wichtig, diese zu halten.

Wir sehen jetzt immer mehr Initiativen von Organisationen, die neue Wege im Recruiting gehen. McDonald’s sendet beispielsweise gerade TV-Spots, in denen künftige Mitarbeiter*innen auf sehr amüsante Art und Weise aufgefordert werden, sich gemeinsamen mit der besten Freund*in zu bewerben. Auch ein klares und transparentes Gehaltsschema wird versprochen.

 

 

 

 

Um Mitarbeiter*innen zu halten, kommen Organisationen nicht umhin, den Ansprüchen der jungen und kommenden Generationen nach einer kürzeren Arbeitswoche, einer ausgewogenen „Work-Life-Harmony“ und einer sinnstiftenden Tätigkeit gerecht zu werden. Eine solche New Work Initiative setzen z.B. die Sieger der Kategorie "Kleine Unternehmen", die ikp Wien GmbH, eine PR Agentur, die seit Anfang des Jahres erfolgreich auf eine 4 Tage Woche bei gleichbleibendem Gehalt setzt. Und besonders wichtig – ein gleichbleibend hoher Service für die Kund*innen. Auch „Workations“, eine längere Abwesenheit in einer Kombination von Urlaub und Arbeiten vom Urlaubsort aus, werden von immer mehr Organisationen ermöglicht.

Oft werden Veränderungen aber auch von außen angestoßen, entweder durch Kundenerfordernisse (wie z.B. dem Ruf nach nachhaltigen Produkten und Dienstleistungen) oder auch durch gesetzliche Vorgaben.

Ein momentan sehr präsentes Beispiel dazu sind die Anforderungen der EU-Taxonomie und der CSRD, der Corporate Sustainability Reporting Directive. Die Berichtspflichten treffen bald alle Unternehmen und es ist wichtig, sich schon jetzt aktiv damit zu beschäftigen, wie man diesen Pflichten gerecht werden kann. Und mit welchen Änderungen sie im Unternehmen verbunden sind.

Durch diese Verpflichtung ergeben sich aber auch jede Menge Chancen für Unternehmen. Die gute Datengrundlage kann gleich für eine Standortbestimmung genutzt werden und um sich neu kennenzulernen. Wo stehe ich momentan? Wo will ich hin? Und dadurch können wieder Verbesserungen angestoßen werden.

Auch andere externe Ereignisse, wie z.B. der Krieg in der Ukraine, zwingen Unternehmen dazu, Entscheidungen zu treffen und Veränderungen vorzunehmen.

Zu den Autorinnen

Team

Mag. Nicole Mayer, MSc

Business Development Unternehmensqualität, Trainerin, Assessorin

Manuela Eigelsreiter, MA

Trainerin, Assessorin, Auditorin Expertin für das EFQM Modell und Organisationentwicklung

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