16. Okt 2019

Excellence im Arbeitsmarktservice Österreich

20 Jahre EFQM im AMS

Das AMS ist 2019 in Feierlaune. Exakt 25 Jahre ist es her, dass die Ausgliederung des AMS aus dem Sozialministerium beschlossen und umgesetzt wurde. Die ersten Jahre standen ganz im Zeichen der Ausgestaltung der Aufbau- und Ablauforganisation, der Entwicklung einer Corporate Identity und der Etablierung eines Performance Managements. Arbeitsmarktpolitische Zielerreichung und die Zielsetzung das AMS zu einem kund*innenorientierten Dienstleistungsunternehmen zu etablieren, war der Fokus der jungen Organisation in der 2. Hälfte der 90er Jahre.

In zwei Bundesländern (OÖ und Salzburg) gab es bereits kurz nach dieser Ausgliederung erste Initiativen in Richtung Qualitätsmanagement. Beide Bundesländer haben sich nach ISO 9001 zertifizieren lassen und so eine Vorbildwirkung eingenommen.

Als im Oktober 1999 die Entscheidung getroffen wurde, das EFQM-Modell als Orientierungsrahmen für das Managementsystem heranzuziehen, wurde der Grundstein für eine nachhaltige Entwicklung der Gesamtorganisation gelegt. Flächendeckende Self-Assessments, der Aufbau geeigneter Strukturen in allen Landesorganisationen und mit der Einführung einer BSC (AMS-Scorecard) hat Ziel- und Ergebnisorientierung im AMS einen wichtigen Schub erhalten. Die BSC ist auch heute noch das zentrale Steuerungsinstrument des AMS, flankiert durch ein fachliches Monitoring (Prozessgrößen) und durch eine systematische Fachkontrolle (Datenqualität, IKS).

Seit 2003 unterzieht sich das AMS auch regelmäßig einer externen Bewertung (Staatspreis Unternehmensqualität). 2005 gab es die erste Anerkennung in Form eines Jurypreises, seit 2011 liegt das AMS in der Bewertung der AssessorInnen jenseits der 600 Punkte-Marke. 2019 wurde der 5star-Excellence-Level EFQM Recognised for Excellence erneut bestätigt. Das AMS war nach 2011, 2015 auch heuer wieder Finalist des Staatspreises Unternehmensqualität, was angesichts der turbulenten Zeiten am Arbeitsmarkt (Finanz- und Wirtschaftskrise, Fluchtbewegung mit all seinen Auswirkungen auch auf das AMS) schon auch eine Bestätigung von nachhaltiger Arbeit ist.

Seit 2005 setzt das AMS gezielt auch auf Prozessmanagement. Systematisch werden Prozesse durchleuchtet und nach internen Prozess-Reviews einer externen Bewertung unterzogen. Zwei AMS-Prozesse wurden seither mit dem Prozess-Award der Gesellschaft für Prozessmanagement ausgezeichnet. Zweimal wurde das AMS darüber hinaus auch mit einem Kategorie-Sieg beehrt.

Kund*innen- und Mitarbeiter*innen-Orientierung sind die zwei Stoßrichtungen, die in keinem Qualitätsprogramm des AMS fehlen dürfen. Mit der Einführung von Chancen- und Risikomanagement wurde 2015 die Entwicklung hin zu einem integrierten Managementsystem fortgesetzt.

Die beschriebenen Stoßrichtungen des Qualitätsmanagements im AMS werden auch in Zukunft handlungsleitend sein. Qualitätsmanagement soll die Organisation dabei unterstützen, eine „lernende Organisation“ zu werden. Auf die Themen „Führung, Kompetenzen, Werte“ und der „Balance der Interessen“ wird dabei besonderes Augenmerk gelegt. Dass wir uns dazu entschlossen haben, allen Führungskräften im Anschluss an den Führungskräftelehrgang, eine EFQM-AssessorInnen-Ausbildung zu ermöglichen zeigt, dass wir überzeugt davon sind, dass entsprechendes EFQM-Know How auch zum gewünschten Erfolg führt. Zum anderen wollen wir den Weg in Richtung „Prozess-Exzellenz“ weiter beschreiten. Mit einer umfassenden Organisationsanalyse und entsprechenden Adaptierungen soll aktuell auch die Aufbau- und Ablauforganisation „zukunftsfit“ gemacht werden.

2015 wurde auf Initiative der EU-Kommission ein internationales Benchlearning-Projekt initiiert, bei dem das AMS eine gestaltende Rolle mit einnimmt.

Alle Public Employment Services Europas (PES) -und zusätzlich auch die Arbeitsmarktverwaltungen aus Island und Norwegen - beteiligen sich an einem systematischen Austausch- und Kooperationsprogramm. Alle PES unterziehen sich dabei Self-Assessments mit anschließendem Fremd-Assessment, das durch ausgebildete AssessorInnen mit externer Begleitung stattfindet. Good Practice Transfer, Study visits, Benchacting (Unterstützung vor Ort in anderen PES) und bilaterale Austauschprogramme sind das sehenswerte Produkt dieser europäischen Initiative. Die ersten beiden Assessmentrunden haben für das AMS ein erfreuliches Ergebnis gebracht. Neben dem PES aus Estland und dem VDAB (Arbeitsmarktverwaltung des flämischen Teils Belgiens) hat es auch das AMS auf Maturity-Level 4 (höchste Bewertungsstufe) geschafft. Bemerkenswert ist, dass diese drei PES sich auch dem EFQM-Modell „verschworen“ haben.

Eine Feier in würdigem Rahmen

Am 10. Oktober wurde im TechGate-Tower die Einführung des EFQM-Modells vor 20 Jahren im AMS Österreich in einem würdigen Rahmen gefeiert.

Im Mittelpunkt der 20-Jahr-Feier stand deshalb auch der Feedbackbericht des Lead-Assessors des heurigen Assessments. Wolfgang Pölz präsentierte dabei die zentralen Stärken und natürlich auch die identifizierten Verbesserungspotenziale. Franz-Peter Walder hat uns in seinem Vortrag über den Weg zum neuen EFQM-Modell 2020 berichtet. Daniel Valtiner (Infineon Technologies Austria) hatte sich für ihre Key Note das Thema „Digitalisierung - mit Blick auf den Faktor Mensch“ ausgewählt.

Interviewrunden mit Herbert Buchinger und Johannes Kopf (AMS Vorstände), mit unseren Gästen aus der Bundesagentur für Arbeit (unserem wohl wichtigsten internationalen Kooperationspartner) und mit Vertreter*innen aus der EU-Kommission rundeten den offiziellen Rahmen ab. Den offiziellen Part der Würdigung des Jubiläums hat der Vorsitzende des Verwaltungsrates Roland Sauer vorgenommen.

Das Benchlearning-Team der EU-Kommission hat uns bei der 20 Jahr-Feier ebenfalls die Ehre erwiesen. Die besondere Rolle des AMS im Kontext der europäischen Arbeitsmarktverwaltungen kommt auch dadurch zum Ausdruck, dass Johannes Kopf (Vorstand des AMS) heuer auch zum Vorsitzenden des PES-Netzwerkes gewählt wurde.

Im Rahmen von Zukunftsworkshops waren Führungskräfte und Qualitätsbeauftragte aus allen Bundesländern eingeladen, Ideen und Inputs für das neue Qualitätsprogramm des AMS (2019-2023) einzubringen. Mit besonderem Interesse warten wir auf den Relaunch des EFQM-Modells, das selbstverständlich im neuen Programm eine zentrale Rolle einnehmen wird.

Zum Autor

Portrait Gerhard PöschlMag. Gerhard Pöschl, MAS MSc ist Qualitätsmanager im Arbeitsmarktservice Österreich, die Steuerung des Prozessmanagent- und des Chancen-Risikomanagment-Systems im AMS sind dabei integrierte Bestandteile. Als EFQM-Assessor und Prozess-Assessor ist er auch international im Rahmen der Benchlearning-Assessments der EU-Kommsission im Einsatz. In seiner Arbeit setzt er insbesondere auf die Vermittlung von Methoden als Schlüssel für ein gelebtes und spannendes Qualitätsmanagement.

www.ams.at

Lesen Sie hier mehr zu den Erfolgen des Arbeitsmarktservice Österreich.

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