15. Apr 2020

We have a thing that's called RADAR love....

RADAR hä???

All jenen, die sich mit dem EFQM Modell beschäftigen, kommt sie früher oder später unter: Die RADAR Logik. Mit teils eigentümlichem Vokabular wirkt sie auf den ersten Blick ziemlich kompliziert. Dennoch ist sie ein unerlässlicher und wichtiger Baustein im EFQM Modell. Doch was ist die RADAR Logik genau? Wozu wird sie gebraucht? Woraus besteht sie? Und welchen Nutzen hast du davon, wenn du dich mit ihr auseinandersetzt? Nachfolgender Beitrag versucht, dir all diese Fragen so einfach wie möglich zu beantworten - ganz aktuell mit dem EFQM Modell 2020.

 

Wofür steht RADAR?

RADAR hat nichts mit einem Funkortungsgerät oder dergleichen zu tun sondern ist schlichtweg ein Akronym für Results – Approach – Deployment – Assessment – Refinement (also: Ergebnisse – Vorgehen – Umsetzung – Bewertung – Verbesserung).

RADAR ist untrennbar mit dem EFQM Modell 2020 verbunden. ( Mehr zum EFQM Modell findet ihr in diesem Blog-Beitrag "Endlich ein Modell, das etwas nützt!". )

Das EFQM Modell nennt in 7 Hauptkriterien bzw. in den dazugehörigen Teilkriterien die Anforderungen, die an exzellente Unternehmen gestellt werden. Mit der RADAR Logik werden die Unternehmen bewertet, es wird ermittelt, wie gut ein Unternehmen ist bzw. wie hoch die Unternehmensqualität ausgeprägt ist. Schlichtweg könnten wir es auch einfach als ein Diagnose-Werkzeug bezeichnen.

Die RADAR Logik ist die Basis für die Bewertung nach dem EFQM Modell. Sie zieht sich wie ein roter Faden durch den gesamten Bewertungsprozess und wird in jedem Teilkriteriums des EFQM Modells angewandt. Die RADAR Bewertung stellt die Bewertung sowohl in Punkten (auf einer Skala von 0 – 1000 Punkten) als auch in % - Werten im Vergleich zum Ideal dar.

Die Bewertung gibt Aufschluss darüber, ob für jedes Teilkriterium der Regelkreis geschlossen ist und wie stark der jeweilige Bereich im Unternehmen ausgeprägt ist. Die Bewertung nach der RADAR Logik ermöglicht auch den direkten Vergleich mit anderen Unternehmen.

Wozu brauchen wir die RADAR Logik?

Wir wissen jetzt also, dass die RADAR Logik unter anderem ein Bewertungsinstrument ist. Ich würde sogar weiter gehen und sie als wichtiges Managementwerkzeug bezeichnen, denn mit RADAR kannst du die Ergebnisse und die Aktivitäten, die zu den Ergebnissen führen, strukturiert hinterfragen und nachvollziehbar bewerten.

Das Tolle ist, dass die einzelnen Bereiche nicht losgelöst von den anderen betrachtet werden, sondern immer die Zusammenhänge – die Wechselwirkungen – untereinander mitschwingen.

Die Grundidee ist: das Niveau von Unternehmen und deren Entwicklungsfähigkeit zu bewerten und davon ausgehend, kontinuierliche Verbesserung in Gang zu setzen. Lass uns dafür die einzelnen Schlagwörter Results – Approach – Deployment – Assessment – Refinement genauer betrachten.

  • Results: Hier geht es um die Ergebnisse, die durch die Strategie erreicht werden sollen. Die Ergebnisse sollen mit dem Zweck und der Strategie der Organisation verbunden sein (finanzielle und operative Ergebnisse der Organisation, in Bezug auf ihre Interessengruppen).
  • Approach: Mit Approach sind Vorgehensweisen gemeint, mit denen die Ergebnisse jetzt und in Zukunft erreicht werden sollen.
  • Deployment: Bei Deployment sprechen wir von der systematischen Umsetzung der Vorgehensweisen – also wie gut bzw. ob die Vorgehensweisen angemessen umgesetzt werden.
  • Assessment & Refinement: Und bei Assessment & Refinement schließlich geht es darum, in wie weit die umgesetzten Vorgehensweisen bewertet und verbessert werden, damit die Organisation lernt und sich langfristig weiterentwickelt.

Und nun noch eine kurze „Sprachschule“. Diese 5 Schlagwörter werden „Elemente“ genannt. Das Element "Results" fokussiert auf die Ergebnis-Kriterien des EFQM Excellence Modells, die Elemente "Approach", "Deployment" sowie "Assessment & Refinement" auf die Befähiger-Kriterien. Jedes Element ist in Attribute gegliedert.

Die Elemente und Attribute müssen für jedes Teilkriterium des EFQM Modells behandelt werden, um schlussendlich zu einer konsistenten Punktebewertung zu kommen (wobei – wie vorhin erwähnt wurde – natürlich immer die Wechselwirkungen miteinbezogen werden).

Also, für die Teilkriterien auf der Befähigerseite sehen wir uns die Elemente Approach, Deployment sowie Assessment & Refinement (und die dazugehörigen Unterpunkte – die „Attribute“) an, für die Ergebnisseite das Element „Results“. Für die Beurteilung sind wir immer auf der Suche nach Stärken und Verbesserungspotenzialen.

Das ist nämlich ein weiterer toller Punkt: wir bewerten mittels der RADAR Logik nicht nur quantitativ (d.h. „das Unternehmen hat soundsoviele Punkte“) sondern wir identifizieren Stärken und Verbesserungspotenziale zu allen Teilkriterien mithilfe von RADAR.

  • Stärken sind gute, gehaltvolle Nachweise zu den RADAR-Attributen.
  • Verbesserungspotenziale sind schwache/nicht erbrachte Nachweise zu den RADAR-Attributen.

Und diese Stärken und Verbesserungspotenziale sind der eigentliche große Mehrwert. Du weißt als Unternehmen, welche Stärken du ausbauen und welche Verbesserungspotenziale du bearbeiten solltest, um so langfristig betrachtet besser zu werden, dein Unternehmen weiterzuentwickeln und dich vom Mitbewerb abheben zu können und erfolgreich zu sein.

Die Punktebewertung hat den immensen Vorteil, dass du dich auf quantitativer Ebene mit anderen Unternehmen vergleichen kannst. Du kannst also dein gesamtes Niveau der Unternehmensqualität vergleichen oder auch nur einzelne Bereiche herauspicken. Z.B. Kannst du dir ansehen: Wie gut sind meine Prozesse im Vergleich zu anderen, im Vergleich zu Preisträgern, im Branchenvergleich usw. Und da die RADAR Logik weltweit angewandt wird (stell dir das mal vor: dieselbe Bewertungslogik wird international angewandt!) kannst du dich auch global vergleichen.

Hinter der RADAR Logik steckt natürlich noch viel mehr. Wie genau die RADAR Logik aufgebaut ist, welche Attribute es gibt und wie diese bewertet werden, erfahrt ihr bald in einem weiteren Blog-Beitrag.

HIER kannst du dir dein kostenloses Exemplar des EFQM Modells downloaden.

Zur Autorin

Team

Mag. (FH) Michaela Drascher, MA (Karenz)

Operationsmanagement Unternehmensqualität (EFQM)

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