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08.01.2018

Keine Angst vor RADAR!

RADAR: Oft unterschätzt und falsch genutzt.

Autorin: Michaela Drascher

Die RADAR Logik ist ein oft unterschätztes Managementwerkzeug und zentraler Bestandteil im EFQM Modell. Mithilfe von RADAR lässt sich herausfinden, ob strategische Regelkreise im Unternehmen geschlossen werden und es kann die Unternehmensqualität von Organisationen sowohl quantitativ als auch qualitativ bewertet werden. Richtig angewendet bietet sie einen großen Mehrwert für jedes Unternehmen. Doch wie ist die RADAR Logik im Detail aufgebaut?

In einem meiner älteren Blog-Beiträge habe ich euch bereits einiges zur RADAR Logik erklärt. Was die RADAR Logik ist, in welcher Verbindung sie zum EFQM Modell​​​​​​​ steht und wie sie aufgebaut ist, könnt ihr in dem Beitrag RADAR hä?? nachlesen.

Heute möchte ich ein bisschen mehr ins Detail gehen. Nämlich: wie gelangt man mit Hilfe der RADAR Logik zu einer Bewertung der Unternehmensqualität? Und wie erkenne ich Stärken und Verbesserungspotenziale?

Wir wissen bereits, dass RADAR eine Abkürzung ist und für diese Begriffe steht: Results – Approach – Deployment – Assessment – Refinement (also: Ergebnisse – Vorgehen – Umsetzung – Bewertung – Verbesserung).

Diese Begriffe werden als „Elemente“ bezeichnet.

RADAR Bewertungsmatrix für Befähiger

Jedes dieser Elemente wird noch verfeinert und ist wiederum in Attribute unterteilt. Für die Befähigerkriterien sieht dass dann im Detail wie folgt aus:

Das Element Vorgehen besteht aus den beiden Attributen fundiert und integriert, Umsetzung besteht aus eingeführt und angemessen und Bewertung & Verbesserung ist untergliedert in die Attribute Messung, Lernen & Kreativität sowie Verbesserung & Innovation. Was sich jeweils dahinter verbirgt, ist in der Spalte rechts außen kurz erklärt.

RADAR Bewertungsmatrix für Ergebnisse

Auch auf Seite der Ergebnisse werden die Elemente in Attribute unterteilt.

Das Element Relevanz und Nutzen besteht aus den Attributen Umfang und Relevanz, Integrität sowie Segmentierung. Zum Element Leistung gehören Trends, Ziele, Vergleiche und Tragfähigkeit.

Wie wird denn nun mit RADAR bewertet?

Nun wollen wir zur Frage kommen, wie mithilfe der RADAR Logik eine Punktebewertung entsteht sowie Stärken und Verbesserungspotenziale identifiziert werden können.

Wichtig:

  • Die Attribute müssen für jedes der 32 Teilkriterium einzeln behandelt werden.
  • Das heißt also, dass jedes Teilkriterium bewertet wird.
  • Für die Befähiger-Kriterien sehen wir uns an, wie im Unternehmen mit Vorgehen, Umsetzung sowie Bewertung & Verbesserung umgegangen wird und für die Ergebnis-Kriterien werden Relevanz & Nutzen sowie Leistung näher betrachtet (mit den untergeordneten Attributen – siehe oben - natürlich).

 

Ein Beispiel, um es ganz einfach auf den Punkt zu bringen:

  • bei 7a „Ergebnisse zu Mitarbeiterzufriedenheit“ sehen wir uns zu allererst an, ob überhaupt sinnvolle Ergebnisse vorhanden sind und ob diese zur Steuerung des Unternehmens verwendet werden.
  • Das ist also einmal Voraussetzung. Die Kennzahlen müssen wichtig für das Unternehmen sein.
  • Diese Kennzahlen sehen ich mir dann genauer an: wie ist die Entwicklung? Entwickeln sich diese über mehrere Jahre hinweg positiv? Wenn nein, kennen wir den Grund dafür und tun wir etwas, um dagegen anzusteuern?
  • Sind die Zahlen aktuell oder veraltet?
  • Sind die Zahlen segmentiert? Sind Ziele gesetzt? Sind diese sinnvoll? Werden diese erreicht? Wenn nein, warum nicht?
  • Finden Vergleiche mit anderen Unternehmen statt? Wie steht das Unternehmen im Vergleich da? Gut? Schlecht? Vergleichen wir uns mit den Branchenbesten?
  • Können wir darauf schließen, dass auch zukünftig gute Ergebnisse erreicht werden können?

Und wie komme ich zu Stärken und Verbesserungspotenzialen?

Zu jedem Teilkriterium werden – basierend auf der RADAR Matrix – Stärken und Verbesserungspotenziale identifiziert. Für die Beurteilung sind wir immer auf der Suche nach besonders guten oder eher schwachen Bereichen im Unternehmen!

  • Haben wir gute, gehaltvolle Nachweise zu den RADAR-Attributen gefunden, so sprechen wir von Stärken.
  • Verbesserungspotenziale sind schwache/nicht erbrachte Nachweise zu den RADAR-Attributen.

Wenn wir mit dem EFQM Modell und der RADAR Logik arbeiten, dann also nicht rein defizitorientiert, sondern es nehmen die Stärken eine genauso wichtige Rolle ein. Es gilt Stärken zu stärken und Verbesserungspotenziale zu beseitigen.

Um zu einer Punktebewertung zu gelangen siehst du dir an, zu wieviel Prozent der Erfüllungsgrad erreicht ist (0 – 100%). Zum Schluss wird alles in Punkte umgerechnet (dafür gibt es schon zahlreiche verwendungsfertige xls-Sheets).

Und das wird für alle 8 Ergebnis-Teilkriterien durchgespielt.

Wie behalte ich bei der Bewertung nach RADAR bloß den Überblick?

Natürlich gibt es für die Bewertung geeignete Arbeitswerkzeuge, damit der Überblick gewahrt wird und damit wir letztendlich systematisch Stärken und Verbesserungspotenziale zu jedem Teilkriterium festhalten können und natürlich auch um zu einer Punktebewertung zu gelangen.

Puh, das klingt aber ordentlich kompliziert? Ist es in Wahrheit gar nicht. In der Theorie klingt das alles ein bisschen komplizierter als es in der Praxis tatsächlich ist.

 

Das EFQM Modell und die RADAR Logik werden als Bewertungsgrundlage auch im Staatspreis Unternehmensqualität verwendet. Mehr dazu könnt ihr hier erfahren. 

 

Zur Autorin

Mag.(FH) Michaela Drascher, M.A. arbeitet seit mehr als 8 Jahren in der Quality Austria und ist dort für das Operations Management im Bereich Unternehmensqualität (EFQM) verantwortlich. Unter anderem betreut sie dabei seit vielen Jahren alle Teilnehmer und Assessoren im Staatspreis Unternehmensqualität. Sie ist Assessorin, Trainerin, Validatorin und Gutachterin.

www.staatspreis.com

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Kontakte:

Mag. (FH) Michaela Drascher, MA
Operationsmanagement Unternehmensqualität (EFQM)
E-Mail: michaela.drascher(at)qualityaustria.com
Tel.: (+43 1) 274 87 47-125

Mag. Nicole Mayer, MSc
Business Development Unternehmensqualität (EFQM)
E-Mail: nicole.mayer(at)qualityaustria.com
Tel.: (+43 1) 274 87 47-120