14. Sep 2022

Die Taxonomieverordnung und ihre Auswirkungen im Bankgespräch

Sind Sie schon bereit für die neue Nachhaltigkeitswelt?

EMAS und EFQM unterstützen Unternehmen dabei, Nachhaltigkeitsthemen erfolgreich zu managen, die im Bankgespräch und in der Berichterstattung von noch stärkerer Bedeutung sein werden

„Wie hoch sind Ihre Scope 1, 2 und 3 CO2-Emissionen? Wie stellen Sie sicher, dass in Ihrer Lieferkette keine Menschenrechtsverletzungen geschehen?“, mit solchen Fragen rechnete man bisher kaum bei einem Kreditgespräch. Doch durch zahlreiche neue EU-Vorschriften und aufsichtsrechtliche Leitlinien, unter ihnen die Taxonomie-Verordnung oder die EBA-Richtlinie zur Kreditvergabe und Überwachung, sind Nachhaltigkeitsaspekte im Bankgespräch stark in den Fokus gerückt. Daher werden Bankkund:innen dafür nach deutlich mehr Informationen und Unterlagen gefragt werden, als bisher.

Nachhaltigkeitsdaten hoch im Kurs

Beispielsweise werden Banken künftig die Green Asset Ratio offenlegen, diese gibt an, wie hoch ihr Anteil taxonomiekonformer Geschäfte ist. Die Prüfung, ob eine durch einen Kredit finanzierte Investition taxonomiekonform ist, ist äußert komplex. So gilt es, einen wesentlichen Beitrag zu einem der sechs Umweltziele der Taxonomie-Verordnung zu leisten, kein anderes Umweltziel dabei zu beinträchtigen (Do-no-significant-harm-Kriterien) sowie technische Screening-Standards und soziale Mindeststandards zu erfüllen. Je nach wirtschaftlicher Aktivität unterscheiden sich die Beurteilungskriterien und die als Nachweis zu erbringenden Daten enorm. Seit Sommer 2021 erfassen Banken auch im Kreditratingprozess ESG-Faktoren, die je nach Institut eine mehr oder minder große Bandbreite abdecken. Dies sind nur zwei Beispiele,  wofür Banken Nachhaltigkeitsdaten aufgrund aufsichtsrechtlicher Vorschriften benötigen.

Verpflichtende Nachhaltigkeitsberichterstattung künftig für Unternehmen ab 250 Mitarbeiter:innen

Doch auch außerhalb von Kreditgesprächen sollten vor allem Unternehmen mit über 250 Mitarbeiter:innen („Large companies“) bereits heute beginnen, sich intensiv mit dem Thema Nachhaltigkeitsmanagement zu beschäftigen. Denn diese Unternehmen unterliegen künftig der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD), die noch in österreichisches Recht umzusetzen ist. Auch wenn für bisher nicht berichtspflichtige große Unternehmen der CSRD-Erstbericht für das Finanzjahr 2025 noch in weiter Ferne erscheint, sind dafür umfassende Vorbereitungsarbeiten zu treffen.

Neben den in der Taxonomie-Verordnung definierten Offenlegungen zum taxonomiekonformen Anteil an Umsatz, CapEx und OpEX werden auch die neuen European Sustainability Reporting Standards zu erfüllen sein. EFRAG hat dafür im April 2022 einen ersten Konsultationsentwurf vorgelegt. Wesentliche Eckpunkte sind ein starker Fokus auf DueDiligence-Prozesse, Strategien, Maßnahmenpläne, messbare Ziele – und dies über ein äußerst breites Themenspektrum hinweg. Der Standard gliedern sich in allgemeine Informationen („General Principles“, „General, strategy, governance and materiality assessment“), Umweltaspekte („Climate Change“, „Pollution“, „Water and marine resources“, „Biodiversity and ecosystems“, „Resource use and cirular economy“), Soziale Standards („Own workforce“, „Workers in the value chain“, „End users/ consumers“, „Affected communities“) und Governance („Governance“, „Risk management“, „Internal control“, „Business conduct“). Viele der Standards fokussieren auf die gesamte Wertschöpfungskette. Angekündigt sind zudem zusätzliche sektorspezifische Standards, die bis 30. Juni 2024 vorliegen sollen.

Managementsysteme als wertvolle Unterstützung

Bei den Vorbereitungen zur Umsetzung können Managementsysteme wie das Umweltmanagementsystem EMAS oder ein Qualitätsmanagementsystem nach EFQM hilfreich sein. Die BKS Bank zählt weltweit zu den Nachhaltigkeitsvorreitern im Bankensektor. Die international anerkannte Nachhaltigkeitsratingagentur ISS ESG stuft die BKS Bank unter die besten 10 % der weltweit in ihrer Ratingklasse bewerteten Banken ein. Sowohl EFQM als auch EMAS haben wesentlich zur erfolgreichen Weiterentwicklung unseres Nachhaltigkeitsratings beigetragen.

Die holistische EFQM-Betrachtung der Organisation bietet eine wertvolle Unterstützung bei Entscheidungen. Denn sie umfasst die Strategie, die Prozesse und erkanntes Verbesserungspotenzial und setzt dies in Relation zu Schlüsselindikatoren. So werden die Erfolge, aber auch der Handlungsbedarf sichtbar gemacht. Bei der letzten Überarbeitung des EFQM Modells im Jahr 2020 wurde das Thema Nachhaltigkeit tief integriert – es zieht sich nun als roter Faden durch das gesamte Modell. Die Einführung des Umweltmanagementsystems EMAS im Jahr 2019 hat unser Umweltmanagement deutlich professionalisiert. So wurde das Umweltdatenmanagement ausgebaut und ein Rechtsregister für Umweltvorschriften eingeführt, das das Monitoring der Gesetzeskonformitität in diesem Bereich erleichtert. Externe und interne Audits zeigen tourlich weiteren Verbesserungsbedarf auf, der auch umgesetzt wird. Diese und weitere Vorteile des Modells sind mit ein Grund, warum Mitglieder der Green Finance Alliance, zu denen auch die BKS Bank zählt, künftig eine EMAS-Zertifizierung vorweisen müssen – auch wenn sie z. B. bereits nach ISO zertifiziert sind.

Über die BKS Bank

Die börsennotierte BKS Bank wurde 1922 als Firmenkundenbank gegründet, erst in den 1960er Jahren wurde das Privatkundengeschäft aufgenommen. Zu ihrem Marktgebiet zählen in Österreich Kärnten, Steiermark, Wien, das Burgenland und Niederösterreich. Die internationalen Marktgebiete umfassen Slowenien, Kroatien und die Slowakei. Unternehmenssitz ist Klagenfurt am Wörthersee. Mit ihrem Angebot spricht die BKS Bank Firmen- und Privatkunden gleichermaßen an. Sie beschäftigt rund 1.100 Mitarbeiter in 64 Filialen. Per 31.12.2021 erwirtschaftete sie eine Bilanzsumme von 10,6 Mrd. EUR und einen Jahresüberschuss von 80,8 Mio. EUR. Aufgrund ihrer Vorreiterrolle in Sachen Nachhaltigkeit erhielt sie unlängst zum zweiten Mal in Folge den Nachhaltigkeits-Preis der Wiener Börse. Die BKS Bank wurde 2019 mit dem Staatspreis Unternehmensqualität ausgezeichnet.

Zur Autorin

Portrait Petra Ibounig-Eixelsberger Mag. Petra Ibounig-Eixelsberger ist Beauftragte für Öffentlichkeitsarbeit und Nachhaltigkeit in der BKS Bank. Sie ist seit 2001 in dieser beschäftigt und war zuvor nach dem Studium der Angewandten Betriebswirtschaftslehre als Journalistin unter anderem für die Kleine Zeitung und das Wirtschaftsblatt tätig. Sie ist Mitglied des Qualitätsmanagementteams der BKS Bank und als EFQM-Assessorin qualifiziert. Seit mehr als 15 Jahren gibt sie ihr Wissen als nebenberufliche Lektorin für Öffentlichkeitsarbeit auch an Studierende der FH Kärnten weiter.

www.bks.at

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