12. Mai 2021

Feedback Gespräch und Feedback Report

Feedback im Assessment

Bei einem Assessment bekommt die Organisation reichlich Feedback von den Assessor*innen. Das beginnt schon während des Site Visits (dem Vor-Ort Besuch) bei den Interviews und im Strategiegespräch, das am Anfang des Besuchs des Assessor*innenteams auf der Agenda steht. (Mehr über den Nutzen und den Ablauf des Strategiegesprächs gibt es HIER.)

Und mündet dann am Ende des Site Visits im mündlichen Feedback Gespräch zu den zentralen Stärken und Potenzialen. Spätestens 14 Tage nach dem Site Visit erhält die Organisation zusätzlich den schriftlichen Feedback Report, in dem die Highlights (also Stärken und Potenziale, die besonders hervorstechen) zu allen Kriterien des EFQM Modells festgehalten werden.

Wer gibt das Feedback?

Eigens ausgebildete Assessor*innen, die das EFQM Modell sehr gut kennen und anwenden können, geben der Organisation im Assessment Feedback zu Stärken aber auch zu den Potenzialen,  die diese noch erfolgreicher machen.

Die Assessments dauern je nach Größe und Komplexität des Unternehmens zwischen 1 bis 3 Tagen. Die Assessor*innen konzentrieren sich auf das Wesentliche - ausgehend von der Strategie des Unternehmens bewerten sie stichprobenartig ausgewählte für das Unternehmen relevante Themen mit Hilfe des EFQM Excellence Ansatzes.

Die Tätigkeit als Assessor*in bietet eine hervorragende Weiterbildungsmöglichkeit. Assessor*innen erhalten einen detaillierten Einblick in die Leistungen exzellenter Organisationen und dadurch wertvolle neue Impulse für das eigene Tun.

Als formale Qualifikation ist die Ausbildung zum „qualityaustria Assessor Unternehmensqualität (Excellence)“ erforderlich.

Das Feedback Gespräch

Das Feedbackgespräch findet direkt am Ende des Site Visits, im Anschluss an das Konsensmeeting der Assessor*innen, statt. Diese geben ein kurzes mündliches Feedback zu den zentralen Eindrücken (Highlights, Herausforderungen, zentrale Stärken und Potenziale), die im Assessment gewonnen wurden. Dem Führungsteam des Unternehmens werden dabei die drei bis fünf wesentlichsten Erkenntnisse aus dem Assessment rückgespiegelt – diese bilden auch die Grundlage für den schriftlichen Feedback Report.

Auch der erreichte Gesamtpunktebereich nach RADAR wird kommuniziert.  Die Bewertung erfolgt auf einer Skala von 0 – 1000 möglichen Punkten. Staatspreisträger erreichen meistens eine Bewertung von ca. 650 – 750 Punkten. Daher entsprechen 500 Punkte NICHT dem Mittelmaß, sondern eine Organisation mit ca. 300 Punkten ist schon deutlich besser als eine durchschnittlich erfolgreiche Organisation. Bei mehr als 400 erreichten Punkten handelt es sich schon um ein exzellentes Unternehmen. Dafür gibt es sogar eine eigene Auszeichnung „Exzellentes Unternehmen Österreichs“. Der EFQM Gedanke impliziert, dass selbst bei exzellenten Organisationen immer Raum für Verbesserung bleibt. Eine perfekte Organisation mit 1000 Punkten in der RADAR Bewertung gibt es daher nicht.

Der Feedback Report

Die Assessor*innen finalisieren den Feedback Report unmittelbar nach dem Site Visit, basierend auf der Vorbereitung, den Notizen im Site Visit und dem Ergebnis des Konsens Meetings. Im schriftlichen Feedback Report werden der Gesamtpunktebereich und die Punkterange pro Hauptkriterium festgehalten. Ebenso werden die Highlights angeführt, also Stärken und Verbesserungspotenziale, die besonders hervor stechen (Was macht die Organisation besonders gut? Wo liegen die größten Verbesserungspotenziale?).

Zusätzlich können bei einigen Kriterien konkrete Hinweise ergänzt werden, die unmittelbaren Nutzen für das Unternehmen erzeugen. Denkanstöße, die im Zuge des Assessments angesprochen wurden, können als Möglichkeiten adressiert werden. Eventuell werden auch best practice Beispiele von anderen Organisationen angeführt, um die Verständlichkeit zu unterstützen.

Der Feedback Report muss für das Unternehmen unmittelbar Nutzen stiften und für die Weiterentwicklung und Verbesserung des Unternehmens herangezogen werden können. Die Assessor*innen überlegen daher bei der Auswahl der Statements folgendes:

  • Bringt dieses Feedback dem Unternehmen Mehrwert?
  • Ist das Feedback für eine am Assessment nicht beteiligte Person verständlich?
  • Werden die Erkenntnisse aus dem Assessment schlüssig vermittelt?
  • Sind die Schwerpunkte fair und ausgewogen?
  • Hilft der Feedback Report bei der Weiterentwicklung des Unternehmens?
  • Ist die Formulierung für Geschäftsführer oder Vorstände ohne EFQM-Modellkenntnis verständlich?

Der Feedback Report ist auch eine wichtige Informationsquelle für die Jurymitglieder im Staatspreis Unternehmensqualität. Über die Auszeichnungen im Staatspreisbewerb entscheidet allein die Jury, die sich ca. einen Monat vor der qualityaustria Winners‘ Conference – Verleihung Staatspreis Unternehmensqualität, trifft.

Und dann kann die Organisation sofort losstarten mit dem Bearbeiten des Feedbacks! Tipps und Tricks dafür gibt es in Kürze in weiterführenden Blogartikeln:

  • Wie nutze ich das Feedback aus dem Assessment möglichst sinnvoll?
  • Was mache ich nach einem Assessment?
  • Wie hole ich den größtmöglichen Nutzen aus einem Assessment?

Sie wollen sich auch zum Staatspreis Unternehmensqualität anmelden? Informieren Sie sich HIER.

Lesetipps:

Der erste Schritt zur Verbesserung - Der Staatspreis - Fragebogen

Das Strategiegespräch im Assessment.

Team

Mag. Nicole Mayer, MSc

Business Development Unternehmensqualität (EFQM), Trainerin, Assessorin

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