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20.02.2019

Bleibt alles anders!

Was sich bei uns durch die Bewerbung beim Staatspreis verändert hat

Autorin: Sandra Donke

„Was sich bei uns durch die Bewerbung beim Staatspreis verändert hat? Nichts!“ Das sind gerade keine guten Voraussetzungen um einen Artikel für den Blog zu schreiben. Zumindest wird es kein langer Artikel. Oder doch?

Wir kommen alle wie bisher in der Früh in die Arbeit, betreuen wie bisher unsere Teilnehmer, haben weiterhin gemeinsam Mittagessen und Spaß, arbeiten gemeinsam an Projekten und stehen in sehr gutem Kontakt mit unseren Mitgliedsunternehmen und dem AMS.

Was also soll sich bitte verändert haben?

Ich meine, zählt es zu sagen, dass wir auf Grund der Bewerbung unser Leitbild überarbeitet haben? Alle Mitarbeiter haben sich daran beteiligt und alle wurden gehört. Plötzlich hatten wir ein Leitbild, welches mit Leben befüllt war, veränderbar, dynamisch, innovativ.

Ach und die Strategie haben wir auch konkret angesprochen. Gegeben hat es eine Strategie immer, aber kannte sie auch jeder wirklich? Sicher nicht! Jetzt ist das anderes, die Strategie bzw. Teile werden jedes Jahr aktualisiert, präsentiert und bewertet.

Die Bewerbung hat aber jetzt nichts an unserer Arbeitsweise geändert. Wir betreuen die TeilnehmerInnen wie immer auf einem sehr hohen qualitativen Niveau. Schließlich sind wir seit Ewigkeiten ISO zertifiziert. Bei jedem Audit kamen Verbesserungsvorschläge für die Organisation. Ok, die Vorschläge bezogen sich immer auf die Strukturen und Abläufe, weniger bis gar nicht auf Führung, Strategie, Mitarbeiter und Innovation.

Aber wofür das alles?

"Wir sind innovativ und wir wissen, dass wir gut sind.“

Die Beschäftigung mit dem Staatspreis-Fragebogen hat das gezeigt. Wobei, so einfach war das Ausfüllen dann auch nicht. Viele haben mitgeschrieben und ihre Sichtweisen dargelegt, und es kamen davon nicht so wenige. Der Stolz sprühte nur so von den Seiten. Alles zusammenzuführen auf eine begrenzte Wörteranzahl war dann gar nicht so einfach, lauter gute Ideen und Meinungen.

Die Kennzahlen waren dann doch eher eine Herausforderung. Also an Kennzahlen hat es uns ja grundsätzlich nicht gefehlt. Doch dann musste man mit diesen auch noch steuern und zwar am besten mit ALLEN. Bitte wir sind fremdgesteuert, unsere Teilnehmerzahlen lassen sich von uns nicht beeinflussen. Soviel Teilnehmer wie von den Mitgliedsunternehmen geschickt werden, treten bei uns ein. Aber Moment, manche Kennzahlen lassen sich doch auch noch ein bisschen anders betrachten…. Und wäre es nicht auch interessant sich anzusehen, wie sich der Betreuungsaufwand und -bedarf im Laufe der Zeit geändert hat, und zwar ganz konkret mit Zahlen betrachtet? Dadurch lassen sich dann ein sinkender Teilnehmerstand und die Anzahl der Mitarbeiter erklären. Die Struktur der Teilnehmer hat sich verändert. Früher hatten Teilnehmer oft Probleme mit dem Bewegungsapparat und konnten deshalb ihre Arbeit nicht mehr bewältigen. Heute stehen eher psychische Probleme wie z.B. Burnout im Vordergrund. Somit hat sich eben auch die zeitliche Struktur in der Arbeit mit den Teilnehmern verändert.

RADAR-Logik, was ist das nun wieder?

"Muss man sich jetzt umstellen und alles neu organisieren, wenn man Projekte startet? Klingt kompliziert und ist es wahrscheinlich auch. Machen wir sicher nicht. Hat bisher auch alles sehr gut funktioniert!“ Aber ok, anschauen kann man es sich ja mal. Aha, das ist jetzt aber interessant. Das machen wir ja im Prinzip schon, ganz intuitiv, einen Namen hat die Methode halt bisher keinen gehabt.

Der Start unseres neusten Projekts „Neue Leistungen“ hatte dann plötzlich gleich ein paar Schleifen mehr eingebaut, und dies dann ganz bewusst. Die angestrebten Ergebnisse wurden von Beginn an in die Strategie mitaufgenommen, das Vorgehen war durchgehend fundiert, die Umsetzung war systematisch und es kam zu einer ständigen Überprüfung und Analyse der Ergebnisse und somit zu einer ständigen Bewertung und Verbesserung. Der Lernprozess wurde somit konstant aufrechterhalten.

Die Abwicklung bzw.  der Start von neuen Projekten fühlt sich nun so viel professioneller an.

Wieder ein Audit bzw. Assessment?

"Wie oft denn noch? Betrifft eh wieder nur die oberste Leitung und die Qualitätsstelle. Aha, diesmal sind alle beteiligt?“ Nichts ist gestellt, Nervosität gibt’s nur ein bisschen, da man ja noch nicht weiß welche Fragen kommen. Aber es ist schnell klar, es geht um uns und unsere Arbeit, über die jeder von uns voller Stolz und Begeisterung stundenlang erzählen kann. Uns einzubremsen war sicher eine Herausforderung für die Assessorenteams. 

Die Rückmeldungen nach den Assessments brachten neue Ideen, die man oft nicht mal mehr gesehen hat, da man so in der täglichen Arbeit versunken ist. Die Rückmeldungen machten gleich Lust auf mehr und einen Energieschub, um sofort mit neuen Projekten zu starten.

„Ob wir jetzt eine Urkunde mehr oder weniger an der Wand haben, macht jetzt auch keinen Unterschied. Die hängt halt dann neben dem ISO-Zertifikat und dem Sozialgütesiegel.“

Achso, eine große Veranstaltung mit Überreichung der Urkunde durch das Wirtschaftsministerium, inklusive Fotos und Interviews. Das hat was. Und dann gewinnt man auch noch den Jurypreis! Das ließ dann schon von allen die Brust ordentlich anschwellen. Plötzlich kamen Rückmeldungen von Personen, von denen man nicht mal dachte, dass die einem auf dem Radar haben. Auch die Rückmeldungen und positiven Reaktionen der Anspruchsgruppen war überwältigend. Man bekam Bestätigung von außen für die Arbeit, die täglich erledigt wird. Man bekam Bestätigung, dass wir nicht nur alles richtig machen, sondern auch, dass alles was wir machen, Sinn macht und sinnstiftend ist.

Und was gibt es Schöneres, als die Erfolge seiner Arbeit täglich sehen zu können und diese dann auch noch anerkannt werden.

Fazit aus unserer Bewerbung beim Staatspreis: bleibt alles anders. 

Zur Autorin

Sandra Donke ist seit 2002 Mitarbeiterin der voestalpine Stahlstiftung und unter anderem für das Qualitätsmanagement verantwortlich. Die Ausbildung zur EFQM Excellence Assessorin absolvierte sie 2016 und ist seither als Assessorin für die Quality Austria im Staatspreis Unternehmensqualität und für das Sozialgütesiegel tätig.

www.stahlstiftung.at

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Kontakte:

Mag. (FH) Michaela Drascher, MA
Operationsmanagement Unternehmensqualität (EFQM)
E-Mail: michaela.drascher(at)qualityaustria.com
Tel.: (+43 1) 274 87 47-125

Mag. Nicole Mayer, MSc
Business Development Unternehmensqualität (EFQM)
E-Mail: nicole.mayer(at)qualityaustria.com
Tel.: (+43 1) 274 87 47-120